Länderinformationen

Name

Seinen Namen verdankt das Land dem Freiheitskämpfer Simón Bolívar, der es 1825 von den spanischen Eroberern befreite und der erste Präsident der neu gebildeten Republik wurde. Seit 2009 lautet der Staatsname offiziell „Estado Plurinacional de Bolivia“ - Pluri-Nationaler Staat Bolivien.

Lage - Allgemein

Bolivien Länderinfos

Bolivien hat als einziges der Andenländer keinen Zugang zum Meer. Im Nordwesten grenzt es an Peru, im Nordosten an Brasilien, im Osten an Paraguay sowie im Süden an Argentinien. Im Südwesten liegt Chile. Die Nordsüd-Ausdehnung beträgt 1.500 km, die Westost-Ausdehnung 1.300 km. Die Fläche des Landes umfasst 1.098.581 qkm. Hauptstadt ist Sucre, der Regierungssitz befindet sich in La Paz.

Zeitzone

Die Zeitdifferenz zwischen Deutschland und Bolivien beträgt -5 Stunden im Winter und -6 Stunden während unserer Sommerzeit.

Geographie

Bolivien besteht aus fünf topographisch unterschiedlichen Regionen. Drei dieser Regionen werden von den beiden Andenkämmen, den Kordilleren, und der dazwischen liegenden Hochebene „Altiplano“ mit dem Titicaca-See und den Salzseen gebildet. Diese Bergregion umfasst etwa ein Drittel der Landesfläche. Die baumlose Hochlandsteppe im Norden geht nach Süden hin langsam in eine Wüste mit Salztonebenen über. Die vierte Landschaftsregion wird vom 300 – 400 m hohen Tiefland, dem „Oriente“, gebildet. Es macht den größten Teil des Landes aus (2/3 der Fläche). Die letzte Region, der „Chaco“ gehört zum südlichen Tiefland, besitzt aber eine vollkommen andere Vegetation, da sie mit 40 °C zu den heißesten Gebieten Südamerikas zählt.

Der westliche Andenkamm hat seine höchste Erhebung im Vulkan Sajama (6.542 m). Die östliche Kordillere, die von tiefen Tälern (Yungas) zerfurcht wird, steigt im Illimania, dem höchsten Berg des Landes, bis zu 6.882 m auf. Zwischen den bis 800 km breiten Andenkämmen liegt die Hochebene Altiplano, die eine mittlere Durchschnittshöhe von 3.000 m aufweist. Im Süden der Hochebene liegt der Titicaca-See, der aber nur zu einem kleinen Teil zu Bolivien gehört. Das Gebiet der beiden Andenkämme und die Hochebene machen 35 % der Landesfläche aus. Im Süden dieser abflusslosen Ebene liegt der Salar de Uyuni, ein 12.000 qkm großer Salzsee, der größte der Erde.

Geschichte

Schon 200 v. Chr. bis 600 n. Chr. war die Gegend um den Titicaca-See das Zentrum des Tiahuanaco-Stammes, dessen Kultur eine der bedeutendsten vorgeschichtlichen Kulturen Südamerikas darstellt. Dieser Indianer-Stamm wurde zwischen 1438 und 1471 von den Inkas unterworfen. Auch die zahlreichen anderen Stämme, die sich im Land in den verschiedensten Regionen angesiedelt hatten, wurden von den Inkas ohne große Mühe besiegt. 1538 kamen dann die Spanier ins Land und eroberten die gesamte Andenregion. Bolivien und Peru wurden 1563 zum spanischen Vizekönigreich Peru zusammengefasst. Besonderes Interesse hatten die Spanier an den reichen Silbervorkommen, die rund um den Berg Potosí lagen. Im 17. Jahrhundert entwickelte sich die Gegend zu einem der bevölkerungsreichsten Orte Amerikas. Am 6. August 1825 verkündete das Land nach der Besiegung der Spanier durch den Nationalhelden Simon Bolívar seine Unabhängigkeit und nannte sich ihm zu Ehren Bolivien. Mehrere Umstürze und schwere Bürgerkriege folgten. Große Gebietsverluste musste das Land im so genannten Salpeter-Krieg (1879-1883) mit Chile hinnehmen, als es mit seiner Küstenprovinz Antofagasta auch den Zugang zum Meer verlor. Von 1932 bis 1935 führte Bolivien einen Krieg mit Paraguay, bei dem es weitere Gebiete verlor. Bis 2005 folgten wieder Staatsstreiche, Militärputsche, Bauernunruhen und soziale Unruhen. Im Dezember 2009 beschloss die Regierung das Land in „Pluri-Nationaler Staat Bolivien“ umzubenennen.

Flora und Fauna

Im trocken-kargen Hochland ist die Artenvielfalt sehr gering. Horstgräser, Zwergsträucher und Polsterpflanzen bilden hier die Vegetation. Neben Andenfuchs, Andenhirsch und Chinchillas ist hier der Kondor, eine Geierart mit einer Flügelspannweite von ca. drei Metern zu Hause. An der Ostflanke der Anden wachsen in den Nebelwäldern vor allem Orchideen, Moose und Flechten. Der tropische Regenwald des nördlichen Tieflands bietet eine reiche tropische Tierwelt mit Papageien, Kolibris, Tapiren und Brüllaffen.

Wirtschaft

Obwohl Bolivien reich an Bodenschätzen wie Silber, Zinn und Erdöl sowie Erdgas ist, ist es ein Entwicklungsland geblieben. Die Lage auf dem Weltwirtschaftsmarkt mit dem Verfall der Energie- und Rohstoffpreise hat es zum Armenhaus Südamerikas werden lassen. Handelspartner sind Brasilien, Argentinien, die USA, Japan und Venezuela. Exportiert wird Erdgas, Bergbauerzeugnisse wie Zinn und Lithium und Agrarprodukte. Importiert werden müssen vor allem Lebensmittel, da die Landwirtschaft die Bevölkerung nicht ernähren kann. Die schlechte Infrastruktur behindert den industriellen Ausbau und Investitionen aus dem Ausland.

Mitgliedschaften

Bolivien ist Mitglied bei den Vereinten Nationen (UN), der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR), der Andengemeinschaft (CAN), sowie vielen anderen kleineren nationalen Organisationen.

Bevölkerung

In Bolivien leben knapp 11 Millionen Menschen. Der größte Teil davon (90 %) sind Angehörige der verschiedensten Indianerstämme bzw. Mischlinge zwischen Indianern und Weißen. Die Weißen sind zwar in der Minderheit, bilden aber die Oberschicht. Der Großteil der Bevölkerung lebt inzwischen in den Städten, teilweise unter menschenunwürdigen Bedingungen.

Religion

Der größte Teil der Bevölkerung bekennt sich zum römisch-katholischen Glauben, ein kleiner Teil zum evangelischen Glauben.

Sprache

In Bolivien sind laut Verfassung neben Spanisch auch die 36 regionalen indigen Sprachen Amtssprache. Die wichtigsten sind Quechua und Aymara. In den Städten wird meist Spanisch gesprochen, während auf dem Land die Indianersprachen überwiegen.

Essen und Trinken

Bolivianer essen bevorzugt pikant – oftmals werden die Gewürze und scharfen Saucen jedoch separat auf den Tisch gestellt. Sehr beliebt in Bolivien sind beispielsweise

-         picante de pollo (Hähnchen mit Paprikagemüse und Reis)

-         Pique Macho (eine Mischung aus Hackfleischbällchen, Würstchen, Reis und Gemüse)

-         Humitas (Maisbrei eingewickelt in Maisblätter)

-         Salteñas (gefüllte Teigtaschen)

Getrunken wird in Bolivien sehr gerne Batido, dieses Getränk besteht aus rohen Eiern und Bier. Auch wenn es einen zuerst etwas Überwindung kostet, ist das Geschmackserlebnis wirklich positiv. Ein weiteres alkoholisches Getränk ist Chicha, es ist bierartig und wird durch Fermentation von Mais gewonnen. Ansonsten gibt es auch in Bolivien Kaffee und Tee, zu den typischeren bolivianischen Teesorten gehört mate de coca, ein Aufguss aus Teilen der Cocapflanze.

Medizinische Hinweise

Die aktuellen Informationen zu Impfungen erhalten Sie bei Ihrem Hausarzt oder unter https://www.travelmed.de/ bzw. der Website des Centrums für Reisemedizin (CRM).

Strom

Da die Netzspannung in Bolivien 110 bzw. 120 Volt beträgt, ist es ratsam einen Adapter mitzunehmen.

Sicherheit / Drogen

Das Auswärtige Amt bietet auf seiner Web-Site www.auswaertiges-amt.de/ aktuelle Informationen zur Sicherheitslage im Land.

Adressen

In Deutschland:

Botschaft des Plurinationalen Staates Bolivien
Wichmannstraße 6
10787 Berlin
Tel: 030 - 263915-0
Fax: 030 - 263915-15
E-Mail embajada.bolivia@berlin.de
www.bolivia.de

Außerdem gibt es Honorarkonsulate in Bremen, Hamburg, München und Schlossborn.

In Bolivien:

Deutsche Botschaft
Avenida Acre 2395
La Paz
E-Mail: info@la-paz.diplo.de
www.la-paz.diplo.de

Honorarkonsulate findet man außerdem in Sucre, Santa Cruz und Cochabamba.