Städte und Orte in Bolivien

La Paz

In einem Tal in den Anden liegt La Paz – die Stadt, die die Wolken berührt. Der Regierungssitz ist mit der Lage von 3.200 bis 4.100 m Höhe der höchstgelegene der Erde. In La Paz befinden sich inzwischen alle wichtigen Verwaltungen. Reich an Kirchen im Kolonialstil, Museen mit Artefakten aus der präkolumbischen Zeit, atemberaubenden Aussichtspunkten und bunten Märkten ist La Paz einzigartig. Noch eine Sehenswürdigkeit ist das Coca-Museum, in dem die Geschichte dieser Pflanze und ihre Verwendungen im Laufe der Zeit dargestellt wird. Außerdem ist La Paz eine ganz gute Ausgangsstation für Ausflüge in die Gegend, zu Bergspitzen auf 5000 Meter Höhe, zu alten Ruinen usw.


 

Sucre und Potosí

Sucre ist Boliviens nominelle Hauptstadt. Sie liegt im zentralen Südteil, wurde 1538 gegründet und wuchs bald zu einer prächtigen Kolonial-Metropole heran. Silberreichtum, katholisches Missionsstreben und die Erklärung der Unabhängigkeit Boliviens sind aufs Engste mit der Stadtgeschichte verbunden. Die UNESCO erklärte Sucre zum Kulturerbe der Menschheit und für viele Bolivianer ist sie die schönste Stadt des Landes. Ihr Aufstieg zur Hauptstadt Boliviens hing eng mit der nahe gelegenen Bergwerksstadt Potosí zusammen, die wegen ihrer Silberförderung in der Kolonialzeit die bedeutendste Stadt des Territoriums war. Potosí liegt etwa zwei Stunden von Sucre entfernt und ist mit 4.100 Metern die höchstgelegene Großstadt der Welt. Im Zuge des Silberabbaus am Cerro Potosí entwickelte sich der Ort in Windeseile zu einer der bedeutendsten städtischen Zentren Südamerikas. Der Silberbau bedeutete Reichtum für die spanischen Kolonialherren und Millionen von Einheimischen wurden von den Spaniern durch unmenschliche Bedingungen bei der Minenarbeit in den Tod geschickt. Heute sind die Silbervorkommen versiegt. Bergbaukooperativen machen ihr Geschäft heute mit Zinn- und Zinkabbau. Potosís' bewegte Geschichte findet sich in der historischen Altstadt verewigt. Unzählige restaurierte und zum Teil verfallene Kolonialbauten und Kirchen vermitteln ein faszinierendes Bild.

Sucre

Sucre
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Titicacasee

Er liegt zum Teil in Bolivien, zum anderen Teil in Peru. Er ist 8.288 km2 groß und liegt auf dem Altiplano, einer Hochebene der Anden. Somit ist er der zweitgrößte See Südamerikas und das höchste befahrbare Gewässer der Welt (3810 m). Indigene Völker bewohnen die alten Dörfer auf einigen Inseln, von denen manche in Handarbeit aus Schilf errichtet wurden. Auf etwa 40 schwimmenden Inseln leben heute nur noch 30 bis 50 Uro-Nachfahren, die fast ausschließlich vom Tourismus leben. Auf der bolivianischen Seite des Sees befindet sich die heilige Sonneninsel – Isla del Sol – wo die Inkas ihren Ursprung haben. Zum einen ist sie die wohl schönste Insel auf dem Tititcacasee und zum anderen der Geburtsort des ersten Sonnenkindes. Für die Einheimischen besitzt das Andenmeer, das 13 Mal größer als der Bodensee ist, nach wie vor eine wichtige spirituelle Kraft.

Uro Schilfboot auf dem Titicacasee

Uro Schilfboot auf dem Titicacasee
 

Santa Cruz

Santa Cruz de la Sierra ist die größte Stadt des Landes. 1561 gegründet und einst als Ausgangspunkt für die Jesuitenmission genutzt, bildet Santa Cruz heute das wichtigste Wirtschaftszentrum des Landes und präsentiert sich bewusst modern. Die tropische Metropole zeigt eine der vielfältigen Facetten, die Bolivien zu bieten hat. Die Nationalparks Amboró und Noél Kempff Mercado sind nur zwei der vielen Naturerlebnisse, welche einem in diesem immergrünen Landesteil geboten werden. In der Nähe der pulsierenden Stadt liegt das idyllisch gelegene Städtchen Samaipata. Dort befindet sich die von UNESCO zum Kulturdenkmal deklarierte, rätselhafte Kult- und Ruinenstätte von Samaipata "El Fuerte". Samaipata birgt sogar revolutionäre Spuren: Che Guevara überfiel hier einst die örtliche Polizeistation.

Kathedrale Santa Cruz

Kathedrale Santa Cruz
© Unser Kunde Bernhard Vogt

Salar de Uyuni

Mit ca. 12.000 km² ist der Salar de Uyuni die größte Salzfläche der Erde. Der Salzsee liegt im Südwesten Boliviens auf einer Höhe von 3653 m und gehört zu den Landschaften des Altiplano. Mit absolut ebenen weißen Flächen am Tag und sehr kalten Nächten ähnelt er äußerlich einem zugefrorenen See. Im Salar de Uyuni befindet sich die Isla del Pescado (Fischinsel). Der Name der Insel leitet sich von der fischähnlichen Form ab, die durch die Spiegelung des Reliefs auf dem Salzsee entsteht. Diese kleine karge Insel inmitten von weißem Nichts beheimatet bis zu 12 m hohe und ca. 1200 Jahre alte Kakteen und bietet eine grandiose Rundumsicht über die weiße Fläche und die dahinter liegenden schneebedeckten Vulkanberge. Dazu sind ebenso ein Highlights des Sees die vollständig aus Salz errichteten „Salzhotels“.

Jeeps im Salar de Uyuni  Bolivien

Jeeps im Salar de Uyuni Bolivien
 

Llanos

Die Region der tropischen Tiefländer umfasst fast zwei Drittel der Fläche Boliviens und liegt nördlich und östlich der Anden. Sie ist recht spärlich besiedelt, umfasst aber 21 Nationalparks. Einer davon, Noel Kempff Mercado, wurde von der UNESCO als Weltnaturerbe aufgenommen und inspirierte Sir Arthur Conan Doyle zu seinem Roman „The lost world“. Der nördliche Teil ist mit tropischem Regenwald bedeckt und gehört zum Amazonasbecken. Hier findet man die meisten wichtigen bolivianischen Flüsse, von denen ein Teil in den Amazonas mündet. Der Regenwald bietet einen unermesslichen Reichtum an Fauna und Flora. Der zentrale Teil der Tiefländer ist trockener als der nördliche, so dass hier Landwirtschaft möglich ist. Hier liegt Santa Cruz, die größte Stadt der Tiefländer, die als die architektonisch modernste, wirtschaftlich dynamischste und wohlhabendste Stadt Boliviens gilt. Der südöstliche Teil wiederum ist eine Fortsetzung des Gran Chaco in Paraguay. Den größten Teil des Jahres ist dieses Savannengebiet weitestgehend trocken, für drei Monate verwandelt es sich aber nach starken Regenfällen in ein Sumpfgebiet.


 

Yungas

Im Nordosten von La Paz liegen die halbtropischen Yungas, eine der spektakulärsten Landschaften Perus. Der Name „Yungas“ kommt aus dem Aymara und bedeutet „warme Täler“. Sie bilden den Übergang zwischen dem Hochland der Anden und dem tropischen Tiefland. Aufgrund des milden Klimas gedeihen hier Obst, Kaffe und Kokablätter. Reiche Vegetation bedeckt die steilen Hänge der Täler. Spektakulär ist eine Wanderung oder eine Fahrt von La Paz nach Coroico. Auf nur 60km werden 3000 Höhenmeter überwunden und fast alle Klimazonen Südamerikas durchquert. Berühmt ist die – neben der gut ausgebauten neuen Trasse – alte Verbindung, die auch „Death Road“ genannt wird, die – angeblich – tödlichste Straße der Welt. In dieser Region liegen zwei der wichtigsten Städte Boliviens, Cochabamba und Sucre, deren historische Altstadt zu einem Bummel einlädt.