Länderinformationen

Name

Seinen Namen erhielt das Land Brasilien von einer Baumart, dem Brasilholz-Baum, dessen Holz tiefrot ist und von den Eingeborenen brasil („glutrot“) genannt wird. Heute ist diese Baumart nahezu ausgestorben, da sie in Europa ein begehrtes Importgut war.

Lage - Allgemein

Brasilien Länderinfos

Die Republik Brasilien ist fast so groß wie ganz Europa und damit der fünftgrößte Staat der Erde. Es ist das größte der Länder Südamerikas und hat eine Fläche von über 8,5 Millionen qkm. Brasilien hat gemeinsame Grenzen mit allen südamerikanischen Staaten, außer Chile und Ecuador.

Zeitzone

Brasilien liegt im Vergleich mit unserer deutschen Zeit im Winter 4 Stunden, im Sommer 5 Stunden zurück.

Geographie

In Brasilien findet man im Wesentlichen drei Großlandschaften. Zwei dieser Landschaften werden durch Bergmassive bestimmt, die zusammen etwa 60 % der Landesfläche ausmachen: Das Bergland von Guayana im Norden und das Brasilianische Bergland im Süden.

Zwischen beiden liegt das Amazonas-Tiefland (Amazonien), das 40 % der Landesfläche bedeckt, und von über 1.100 Nebenflüssen dieses zweitlängsten und wasserreichsten Flusses der Erde gebildet wird.

Im Bergland von Guayana und Venezuela, einer Tafelberg-Formation, erhebt sich der höchste Berg des Landes, der Pico da Neblina (3.014 m). Das Bergland ist überzogen von Savannen und Graslandschaften. Die hier vorkommende Pflanzen- und Tierwelt ist völlig anders als die im angrenzenden Amazonas-Gebiet.

Im Süden findet man das von Hochebenen (Planaltos) gekennzeichnete Brasilianische Bergland, in dem auch die Hauptstadt Brasília liegt. Entwässert wird das Bergland im Nordwesten über zahlreiche Stromschnellen zum Amazonas hin, während im östlichen Bergland tiefe Täler mit weiten Becken und hohen Bergen wechseln. Die höchste Erhebung des Brasilianischen Berglands ist der 2.890 m hohe Pico da Bandeira. Im Durchschnitt erreicht der Gebirgszug Höhen von 500 m bis 1.000 m über dem Meeresspiegel. Einige der Berggruppen fallen steil zum Atlantik hin ab.

Der Küstenstreifen am Atlantik ist etwa 80 km breit und bietet Platz für schöne Sandstrände mit weißem, feinem Sand und Kokospalmen. Strandwälle begrenzen die Küste vom Bergland, hinter den Wällen bilden die Flüsse, die vom Bergland kommen, lagunenähnliche Seen mit Mangroven-Sümpfen.

Im Westen, an der Grenze zu Bolivien, breitet sich der Pantanal („Sumpf“) aus. Dieses Tiefland, das vom Paraguay durchflossen wird, ist eines der größten Feuchtgebiete der Erde. Es umfasst eine Fläche von 100.000 qkm und wird regelmäßig in der Regenzeit zwischen Mai und September durch die Wassermassen des Paraguay überschwemmt.

Das Gebiet des Amazonas-Tieflands macht etwa 40 % der Landesfläche aus, wobei der größte Teil des insgesamt 5,8 Millionen qkm großen Gebiets in Brasilien liegt. Aber auch Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien haben Anteil an dem allgemein „Amazonien“ genannten Gebiet. Der auf brasilianischer Seite gelegene Teil erhebt sich auf eine Höhe von maximal 150 m über dem Meeresspiegel und wird von tropischen Regenwäldern bestanden.

Geschichte

1500 landete der Portugiese Pedro Alvares Cabral an der brasilianischen Küste und besetzte Brasilien im Namen Portugals. Er nannte das Land zuerst Veracruz („Land des wahren heiligen Kreuzes“), ab 1511 setzte sich jedoch die Bezeichnung „Brasilien“ durch. Die einheimischen Indianer wurden fast ausgerottet, und da nun billige Arbeitskräfte auf den Zuckerrohrplantagen der Portugiesen fehlten, holte das Vizekönigreich Brasilien Sklaven aus seinen afrikanischen Kolonien Angola und Guinea. 1629 gelang es Holländern sich im Zuckeranbaugebiet niederzulassen. Ihre Hauptstadt wurde „Pernambuco“ (Recife), deren Bauten im holländischen Stil noch heute erhalten sind. Doch lange Kämpfe mit den Portugiesen zwangen die Holländer schließlich 1654 Brasilien wieder zu verlassen. 1696 veranlassten Gold-, Diamanten- und Halbedelsteinfunde in der Region des Brasilianischen Berglands viele neue Siedler Portugal zu verlassen und ihr Glück in Brasilien zu suchen. Damals entstanden viele Minen, in denen die Bodenschätze des Landes abgebaut wurden und ihren Besitzern Reichtum brachten. Als Napoleon Europa zu erobern begann, floh der portugiesische König Johann I. nach Brasilien und etablierte bis 1821 seinen Königshof in Rio de Janeiro. Nachdem die Gefahr durch Napoleon gebannt war und der König nach Portugal zurückgekehrt war, erhob sich das brasilianische Volk. Am 07. September 1822 erklärte es sich zum selbständigen Kaiserreich. Peter I., ältester Sohn des portugiesischen Königs, wurde als Don Pedro I. zum Kaiser ausgerufen. 1825 musste dann das Mutterland Brasilien als unabhängigen Staat anerkennen. Unter seinem Sohn, Pedro II., erlebte Brasilien einen geistigen, künstlerischen und wirtschaftlichen Aufschwung. Durch den Export seines Kaffees wurde es reich, Millionen von Einwanderern zog es wieder in das Land. 1888 wurde die Sklaverei abgeschafft. Die Monarchie endete 1889 durch einen Putsch und die Republik wurde ausgerufen. Pedro II. ging nach Europa zurück. Militärdiktaturen, Grenzstreitigkeiten und der Zusammenbruch des Kaffeemarktes 1929 brachten dem Land eine wirtschaftlich und politisch verworrene Zeit. Seit 1929 wechselten sich die Versuche, einen demokratischen Staat zu errichten, mit Militärputschen und Diktaturen ab. Besonders zu erwähnen ist der Versuch Getúlio Vargas einen neuen Staat, einen „Estado Novo“, zu erschaffen. Ein weiterer Erneuerer war Guscelino Kubitschek, der ab 1956 die Industrialisierung des Landes förderte und den Ausgleich zwischen den wirtschaftlich benachteiligten Regionen im Nordosten und im Hinterland und den reichen Regionen im Süden und an der Küste zu erreichen versuchte.

Flora und Fauna

Der Regenwald des Amazonas-Tieflandes bildet das größte zusammenhängende Waldgebiet der Erde, das von der Amazonas-Mündung bis zu den Hängen der Anden reicht. Hier leben über 250 Säugetierarten und etwa 2.000 Vogelarten. Für Amphibien und Reptilien aller Art ist der immer feuchte Lebensraum bestens geeignet. Die größten Raubkatzen, die hier leben, sind Jaguar und Puma. Eine andere Art von „Raubtier“ ist der Piranha, der in Schwärmen auftritt und sehr scharfe Zähne besitzt. Ansonsten gibt es bei den Fischen, vom Zitteraal bis zu bekannten Aquariumfischen, eine reiche Artenvielfalt.

Die Zahl der in Amazonien vorkommenden Pflanzenarten ist noch unbekannt, da immer wieder neue Entdeckungen gemacht werden. Man fand bisher 2.500 Baumarten und etwa 1.000 verschiedene Farn- und Orchideenarten.

Der äußerste Nordosten des Landes war ebenfalls mit Regenwald bedeckt. Dieser wurde gerodet um Zuckerrohr- und Baumwollplantagen anlegen zu können. Gelegentlich sieht man noch Mangroven und Palmenhaine.

Das Bergland ist mit Strauch und Baumsavanne bedeckt, in dem nur genügsame Tiere wie der Ameisenbär und das Gürteltier ausreichend Nahrung finden.

Im Südosten wurden Weideflächen für Rinder und für Kaffeeplantagen angelegt, die ursprüngliche Vegetation ist nur noch in Nationalparks zu finden.

Wirtschaft

Brasiliens Wirtschaft ist in der Produktion von Kaffee, Zitrusfrüchten und Sojabohnen führend. Auch die Herstellung von Bier ist von großer Bedeutung, hier liegt es auf Rang vier der globalen Rangliste. Weitere wichtige Wirtschaftszweige sind die Kfz-Herstellung und die Stahl-, Eisen- und Aluminium-Industrie. Die reichen Bodenschätze, die gute Qualität von Eisenerz, Erdöl und Erdgas haben Brasilien zu einem Industrieland gemacht. Trotzdem ist Brasilien ein Land mit zahlreichen wirtschaftlichen Problemen: Die Korruption ist weit verbreitet und die ungleiche Verteilung der Besitzverhältnisse an Grund und Boden verursacht immer wieder Aufstände. 80 % der Nutzfläche fallen auf Betriebe, die größer als 100 ha sind, und das sind nur 10 % aller Betriebe. Die Familien verarmen und müssen ihr Land an die Großgrundbesitzer verkaufen. Es gibt bereits 5 Millionen Familien, die ihr Land so verloren haben und sich in einer Bewegung organisieren.

Durch die politische Instabilität Brasiliens war auch eine kontinuierliche Wirtschaftspolitik nicht möglich. Das eigentlich reiche Land verarmte. Heute versucht die Regierung durch staatliche Projekte die ärmste Bevölkerungsschicht zu unterstützen und die Wirtschaft zu beleben. Wichtige Handelspartner sind neben den südamerikanischen Staaten die USA, Europa und die Volksrepublik China.

Mitgliedschaften

Brasilien ist Gründungsmitglied der Vereinten Nationen, der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Organisation amerikanischer Staaten und der Vereinigung der südamerikanischen Staaten (MERCOSUL).

Bevölkerung

Brasilien zählt 191 Millionen Einwohner, wobei sich die Bevölkerung zu 50 % aus Weißen, zu 40 % aus Mischlingen (vor allem mit Portugiesen) und aus Nachfahren der 4 Millionen Sklaven, die aus Afrika auf die Plantagen verschleppt wurden, zusammensetzt. Bis Ende des 19. Jahrhunderts kamen auch viele Deutsche und Italiener, im 20. Jahrhunderts auch Polen und andere Osteuropäer ins Land. Sogar Araber und Japaner ließen sich in Brasilien nieder. Die größte Bevölkerungskonzentration ist in den Städten zu finden. Die Landflüchtigen sind meist so arm, dass sie nur in den favelas, den Elendsvierteln am Rande der Stadt unterkommen.

Die 300.000 Angehörigen der einheimischen indianischen Stämme leben hauptsächlich in Amazonien.

Samba

Der Name der berühmtesten Musikrichtung Brasiliens stammt vom kongolesischen Wort semba, mit dem „tanzen“ bezeichnet wird. Sie hat sich aus den Reigentänzen der Sklaven vermischt mit einer Variation der polnischen Polka gebildet.

Religion

Offiziell sind rund 75 % der Brasilianer katholisch, jedoch nimmt die Anzahl der Anhänger afrikanischer und indianischer Glaubensvorstellung Jahr für Jahr zu, vor allem in den Städten. Am meisten verbreitet ist hier der Macumba-Kult. Er verbindet afrikanische Elemente aus der Bantu-Tradition mit christlichen, spiritistischen und okkultistischen Elementen und wird von einem Macumbeiro (Medizinmann) geleitet. 10 % der Bevölkerung bekennen sich zur protestantischen Religion.

Sprache

Im Gegensatz zu den anderen südamerikanischen Staaten ist nicht Spanisch, sondern Portugiesisch die Amtssprache, wenn es auch weicher gesprochen wird als im früheren Mutterland. Englisch wird nur in typischen Touristenzentren gesprochen.

Essen und Trinken

Die traditionellsten Beilagen in Brasilien sind Reis und Bohnen, aber oftmals findet man auch keine Beilagen in Brasilien. Eine brasilianische Spezialität ist „churrasco“, dabei handelt es sich um verschiedene Fleischsorten auf Spießen. Der Gast kann sich dann aussuchen, welches Stück Fleisch er gerne essen möchte und bekommt dieses dann direkt vom Spieß herunter geschnitten. Ein weiteres typisches Gericht ist „feijoada“, ein Eintopf aus recht fetten Fleisch- und Wurstsorten, Speck und Bohnen.

Getrunken wird in Brasilien meist Bier. Caipirinha hingegen trinken fast immer nur die Touristen, wohingegen die Brasilianer den Zuckerrohrschnaps lieber pur trinken. Ansonsten gibt es in Brasilien viele Fruchtsaftstände, an denen man köstliche und vor allem frische Säfte aus allen möglichen Früchten genießen kann.

Medizinische Hinweise

Die aktuellen Informationen erhalten Sie bei Ihrem Hausarzt oder bzw. können Sie diese unter https://www.travelmed.de/ bzw. der  Website des Centrums für Reisemedizin (CRM) einsehen.

Strom

Brasilien verfügt über ein Stromnetz von 220 V, da die Steckdosen jedoch variieren können, empfiehlt es sich sicherheitshalber einen internationalen Adapter mitzuführen.

Sicherheit / Drogen

Brasilien ist ein relativ sicheres Land. Vom Besuch der Elendsviertel wird jedoch dringend abgeraten. Das Auswärtige Amt bietet auf seiner Web-Site https://www.auswaertiges-amt.de/ aktuelle Informationen zur Sicherheitslage in Brasilien.

Da Drogendelikte in Brasilien streng geahndet werden, sollte jeglicher Kontakt mit Drogen vermieden werden.

Auch sollte „Oben-Ohne“ Baden und Umkleiden in der Öffentlichkeit unter allen Umständen vermieden werden, da dies als Erregung öffentlichen Ärgernisses gilt und zu Festnahmen führen kann.

Adressen

In Deutschland:

Botschaft der Föderativen Republik Brasilien
Wallstr. 57
170179 Berlin
E-Mail: brasil@brasemberlim.de
https://berlim.itamaraty.gov.br/de/  

Generalkonsulate in Frankfurt am Main, München, Aachen, Bremen, Hannover, Heidelberg, Stuttgart

Die genauen Adressen und Öffnungszeiten finden Sie unter www.auswaertiges-amt.de/

In Brasilien

Botschaft der BRD
Avenida das Nações, Lote 25, Quadra 807,
70415-900 Brasilia DF
E-Mail: info@brasilia.diplo.de

Auswärtiges Amt

In Deutschland https://www.auswaertiges-amt.de/
In Österreich     https://www.bmaa.gv.at/
In der Schweiz https://www.eda.admin.ch/