Länderinformationen

Name

Seinen Namen erhielt das Land vom Äquator, dem längsten aller Breitenkreise, der die Weltkugel in eine nördliche und südliche Hälfte teilt. Dies wurde 1736 von einer französischen Expedition vermessen. Der Äquator verläuft nur 15 km nördlich der Hauptstadt Quito und rückt so das Land "en la mitad del mundo" – „ in die Mitte der Welt ", da Ecuador sich von 2° nördlicher Breite bis 5° südlicher Breite erstreckt. Der steile Einfallswinkel der Sonne, der am Äquator auftritt, verursacht eine hohe Sonneneinstrahlung, die den Pflanzen wie den Menschen zusetzen kann. Viele Pflanzen haben daher einen Schutzmechanismus entwickelt.

Lage - Allgemein

Ecuador Länderinfo

Im Nordwesten Südamerikas gelegen, grenzt die Republik Ecuador, der kleinste der Andenstaaten, an Kolumbien, Peru und an den Pazifischen Ozean. Er besitzt auf einer Fläche von 256.370 qkm drei sehr unterschiedliche Regionen, die sich von der Küste 600 km landeinwärts über die Anden bis zu den Amazonas-Nebenflüssen erstrecken und die dem Land ein vielfältiges Klima bescheren. Daher besitzt Ecuador eine äußert vielfältige Tier- und Pflanzenwelt, die viele Naturfreunde anzieht.

Eine Besonderheit sind die Galapagos-Inseln, die knapp 1000 km vor der Küste Ecuadors liegen und aus 13 größeren und 17 kleineren Inseln bestehen. Auf der 7844 qkm großen Inselwelt ist eine einmalige, nur hier vorkommende Tier- und Pflanzenwelt heimisch. Die Inselgruppe gehört seit 1885 zu Ecuador.

Zeitzone

Ecuador liegt im Vergleich zur deutschen Zeit 6 (Winterzeit) bzw. 7 Stunden (Sommerzeit) zurück. Ist es also bei uns 8 Uhr morgens, so ist es in Ecuador erst 1 bzw. 2 Uhr nachts ! Die Galapagos-Inseln liegen nochmals um 1 Stunde zurück. Während unserer Winterzeit also 7 Stunden, während der Sommerzeit 8 Stunden.

Geographie

Das im Westen liegende Küstentiefland des Pazifischen Ozeans, dessen Küstenlänge für Ecuador immerhin 650 km ausmacht, bietet der Bevölkerung völlig andere Lebensbedingungen als das Amazonasbecken im Osten. Verantwortlich dafür ist der Doppelgebirgszug der Cordillera Real, der einen Teil der hier sehr schmalen Anden bildet. Zwischen den beiden Gebirgszügen liegt ein 2500 m – 3000 m hohes Plateau, die Sierra. Der durchschnittlich 3000 m hohe Gebirgskamm durchzieht das Land von Norden nach Süden und besteht aus über 20 Vulkanen, die zum Teil noch aktiv sind, wie der Cotopaxi. Er gehört zu den Schichtvulkanen und ist der höchste tätige Vulkan der Welt. Sein Vulkankegel ist stark vergletschert und das bei Ausbrüchen entstehende Schmelzwasser bildet dann, vermischt mit der vulkanischen Asche, Schlammströme, die Äcker und Weiden der umliegenden Gegend verwüsten können. Der höchste Berg des Landes ist jedoch der 6310 m hohe Chimborazo, ein glockenförmiger Vulkan, der erloschen ist und viele vergletscherte Krater besitzt. Im Amazonas-Tiefland im Osten Ecuadors findet man dichten Regenwald, weshalb es nur wenig besiedelt ist. Hier finden sich auch die Erdöl-Vorkommen des Landes, die nach Ihrer Förderung über die Anden gepumpt und dann verschifft werden.

Geschichte

Artefakte aus der ersten Besiedlungszeit Ecuadors fand man in der Region um Quito. Sie stammen aus der Steinzeit und werden auf etwa 9000 v. Chr. datiert. Aus der Neusteinzeit (3000 bis 1500 v. Chr.) stammen die Funde der Valdivia-Periode. Die Menschen dieser Zeit lebten an den Flussläufen der Küstenregion Ecuadors und ernährten sich von Landwirtschaft und Fischerei. Die ersten bedeutenden archäologischen Funde machte man in dem kleinen Küstenort Valdivia in der Provinz Guayas. Zu ihnen gehört auch die „Venus von Valdivia“, kleine Figuren in Gestalt einer Frau mit deutlichen Sexualmerkmalen. Diese Frauenstatuetten zählen zu den ältesten Funden des Kontinents. Man kann sie heute in den Museen von Quito und Quayaquil besichtigen.

Sehr hoch entwickelt war die Manta-Kultur (500 bis 900 v. Chr.), ein seefahrendes Volk, das mit seinen Booten aus Balsaholz vermutlich bis Mexiko segelte. Das erste wirkliche Großreich gründeten die Caras, die von der Küste kamen und ihr Herrschaftsgebiet bis in das Hochland erweiterten. Noch heute leben Nachfahren dieses Indianerstammes in Ecuador. Ein anderer bedeutender Indianer-Stamm sind die Kañari, die ihr Reich südlich der Caras hatten, deren Nachfahren aber heute durch die Umsiedlungspolitik der Inkas und Spanier auch in Peru leben.

1450 begannen die Inkas von Peru aus Ecuador zu erobern, fanden aber in den Kañari erbitterte Gegner, die sich heftig wehrten. Erst 1480 gelang es den Inkas diesen Indianerstamm zu besiegen und siedelten diese teilweise nach Peru um. An der Unterwerfung der Inkas durch die Spanier unter Francisco Pizzaro 1532 hatten auch die Kañaris Anteil, da sie Verbündete der Spanier wurden. 1534 war die Eroberung Ecuadors abgeschlossen und das Land gehörte zum Vizekönigreich Peru. 1542 durchquerte Francisco Orella von Quito aus als erster den Kontinent und entdeckte den Amazonas. 1563 erhielt Ecuador einen weitgehend selbständigen Status. 1739 wurde es dann ein Teil des Vizekönigreiches Neugranada. Die Spanier konnten erst 1822 nach dem Sieg von General de Sucre und Simón Bolívar, die ihren Traum von einem vereinigten Südamerika verwirklichen wollten, vertrieben werden. So schloss Ecuador sich zuerst Großkolumbien an, das aus dem Zusammenschluss von Venezuela mit Kolumbien bestand, löste sich von diesem aber 1830 wieder. Jahre voller Unruhen und Umstürzen folgten, Militärregierungen und demokratisch gewählte Präsidenten wechselten sich ab. Inzwischen kehrt wieder Ruhe in Ecuador ein, auch nachdem die Grenzstreitigkeiten um den Amazonas mit Peru endlich beigelegt werden konnten.

Flora und Fauna

Ecuador ermöglicht es dem Reisenden auf engstem Raum verschiedene Ökosysteme zu erleben. Hier wurden über 25.000 Pflanzen-, 320 Säugetier-, 1.550 Vogel- und 375 Amphibienarten gezählt. So gilt es als eine der artenreichsten Regionen weltweit. In den tropischen Regenwäldern findet man Tapire, Faultiere und Schlangen. Die Páramo-Wiesen liegen auf 3.200 m Höhe in den Anden und bilden den Lebensraum für Kondor, Kolibris, Hirsche und die letzten Pumas. An der Küste finden sich die typischen Mangrovenwälder, die als Kinderstube für Krabben, Austern und Fische genutzt werden.

Auf den Galapagos-Inseln sind dank dem Humboldt-Strom mit seinem hohen Planktongehalt, der zahlreiche Fischarten anzieht, viele Wasservögel heimisch. Vom Pinguin, der aus südpolaren Zonen hierher kommt, über die Darwin-Finken bis zu tropischen Fregattvögeln können Naturliebhaber ein weites Spektrum der Vogelwelt beobachten.

Wirtschaft

Die Produkte für die Selbstversorgung und  die Binnenwirtschaft stammen größtenteils aus der Sierra.

An der Costa werden Bananen, Kaffee, Kakao und Zuckerrohr für den Export angebaut, die vom Industriesektor weiterverarbeitet werden.

35 % der Erlöse des Landes kommen jedoch aus der Erölförderung. Das Erdöl wird vom Amazonas mit einer Pipeline über die Anden zur Küste nach Esmeralda gepumpt, wo es verschifft wird. Ein anderer wachstumsreicher Zweig des Landes ist die Fischerei bzw. die Garnelenzucht. Allerdings verursachen die Aquakulturen erhebliche Schäden an den Mangrovenbeständen.

Ein neuer Wirtschaftszweig ist durch den Anbau von Schnittblumen entstanden. Der steile Einfallswinkel der Sonnenstrahlen ermöglicht es, Blumen, vor allem Rosen, in großem Stil anzubauen. 70 % der Schnittblumen exportiert Ecuador in die USA.

Mitgliedschaften

Mitgliedschaften unterhält Ecuador zurzeit mit der Welthandelsorganisation (WTO), dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC).

Bevölkerung

Etwa 14 Millionen Menschen leben heute in Ecuador. Eine Besonderheit ist die hohe Anzahl an indianischen Nachfahren sowie an Mischlingen zwischen Indianern und Weißen, die Mestizen genannt werden. Diese Bevölkerungsgruppe macht ungefähr 40 % der Einwohner Ecuadors aus. Viele von ihnen leben noch im Amazonasurwald und in den Anden leben. Durch den starken Bevölkerungszuwachs sind die noch traditionell lebenden Indianerfamilien gezwungen, ihr angestammtes Farmland zu verlassen, da sie ihre Familien sonst nicht mehr ernähren könnten. Auch die Erosion der Felder an den Berghängen verursacht eine Landflucht der indianischen Bevölkerung von den Anden in die Städte. Sie sind gezwungen, sich Arbeit in den Plantagen oder den Großstädten mit ihren Industriezentren zu suchen. In Quito und Guayaquil lebt inzwischen etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung. 15 % davon sind Weiße, 5 % Schwarze bzw. Mulatten. Auch verzeichnet Ecuador eine außergewöhnlich hohe Rate an Auswanderern in alle Welt, da die Armut sehr groß ist.

Religion

Durch den Einfluss der Spanier sind etwa 90 % der Bevölkerung römisch-katholisch. Protestanten, Muslime, Juden und Naturreligionen bilden die Minderheit.

Sprache

Amtssprache in Ecuador ist Spanisch. Der indianischstämmige Bevölkerungsanteil bevorzugt aber ihre Stammessprache Quechua, die aber in den einzelnen Regionen verschiedene Färbungen haben kann. Am reinsten hat sich die alte Indianersprache bei den Stämmen im Amazonastiefland erhalten, da diese durch den Höhenzug der Anden wenig Kontakt mit der Außenwelt hatten.

In den Hotels, am Flughafen und in anderen für den Tourismus wichtigen Einrichtungen wird auch Englisch verstanden.

Essen und Trinken

Am weitesten verbreitet ist wohl Reis mit Hühnchen oder Fisch bzw. Meeresfrüchten. Gewürzt wird in Ecuador sehr viel mit Koriander. Wer schon immer einmal wissen wollte, wie Meerschweinchen („cuy“) schmeckt, ist hier an der richtigen Adresse. Meist wird es im Ganzen gegrillt und dann mit Erdnusssoße serviert. Eine weitere traditionelle Speise ist „ceviche“, das sind Meeresfrüchte mit Zitronensoße.

Zu trinken gibt es fast überall frische Säfte, die jedoch oftmals sehr zuckerhaltig sind und dementsprechend eventuell mit weniger Zucker bestellt werden sollten. Des weiteren gibt es beispielsweise Getränke wie „colada morada“ (knallrotes indianisches Getränk aus Mais und Früchten) oder „paico“ (Limonen-Mix-Getränk).

Geld / Währung

Bitte beachten: Geschäfte und Banken nehmen keine 100 und 50 Dollar-Noten mehr an, da wiederholt Falschgeld im Umlauf war. Bitte beachten Sie dies bei der Einfuhr von US-Dollar in bar.

Medizinische Hinweise

Aktuelle Hinweise zu Impfungen erfahren Sie bei Ihrem Hausarzt oder unter der Website des Centrums für Reisemedizin (CRM).  

Strom

Die Stromspannung liegt in Ecuador bei 110 / 120 V. Ein Adapter ist daher dringend erforderlich.

Sicherheit / Drogen

Das Auswärtige Amt hält auf seiner Website https://www.auswaertiges-amt.de/ die aktuellen Reisehinweise für Ecuador zum Abruf bereit.

Eindringlich gewarnt wird vor Drogenkonsum und -handel, auch in kleinsten Mengen. Bei Verstoß drohen hohe Strafen zwischen 4 und 16 Jahren. Da es zwischen Deutschland und Ecuador kein Auslieferungsabkommen gibt, müssen die Strafen in ecuadorianischen Gefängnissen verbüßt werden!

Adressen

In Deutschland:
Botschaft der Republik Ecuador
Kaiser-Friedrich-Str. 90
10585 Berlin
Tel.: (0 30) 2 38 62 17

General- und Honorarkonsulate auch in Bremen, Frankfurt/M., Hamburg und München

In Österreich:
Botschaft der Republik Ecuador
Goldschmiedgasse 10
1010 Wien
Tel: (01) 5 35 32 08

In der Schweiz:
Botschaft der Republik Ecuador
Ensingerstr. 48
3006 Bern
Tel: (0 31) 3 51 17 55

Honorarkonsulate in Genf, Lugano, Puidoux-Gare und Zürich

Bei schriftlichen Anfragen bitte einen frankierten Rückumschlag (DIN A5) beilegen!

Auswärtiges Amt:

In Deutschland

Auswärtiges Amt
Bürgerservice
Referat 040
11013 Berlin
Tel: (0 30) 50 00-0
https://www.auswaertiges-amt.de/

In Österreich:
https://www.bmaa.gv.at/

In der Schweiz:
https://www.eda.admin.ch/