Länderinformationen

Name

Der Landesname „Guatemala“ ist indianischen Ursprungs, ob aus dem Guauhtematlan oder aus dem Uhatezmalha ist nicht geklärt, und bedeutet „Ort der Holzhaufen“ oder „Berg, der Wasser ausspeit“.

Lage - Allgemein

Guatemala Länderinfo

Guatemala Länderinfo

Guatemala liegt auf der Landbrücke, die Nordamerika mit Südamerika verbindet. Seine Nachbarn sind im Norden und Westen Mexiko, im Nordosten Belize, im Südosten Honduras und El Salvador.

Zeitzone

Der Zeitunterschied zwischen Guatemala und Deutschland beträgt -6 Stunden.

Geographie

Die Länge des Küstenstreifens von Guatemala am Pazifischen Ozean beträgt 245 km, die am Karibischen Meer nur 85 km. Die Nord-Südausdehnung des Landes beträgt etwa 400 km, die West-Ost-Ausdehnung etwa 350 km. Guatemala hat eine Fläche von knapp 110.000 qkm. Die Topographie des Landes wird von den Gebirgsketten der zentralamerikanischen Kordilleren beherrscht, die bis zu einer Höhe von 3.800 m reichen. Der höchste Gipfel dieses Gebirgszuges, der das Land in Ost-West-Richtung durchzieht, ist der Altos Cuchumatanes mit 3.800 m. Der höchste Berg des Landes, der Tajumulco, gehört aber zu den 33 Vulkanen, von denen noch drei ständig aktiv sind. Eine Besonderheit des Landes ist der auf 1.562 m Höhe gelegene Lago de Atitlán. Mit 126 qkm ist er der größte Hochlandsee Guatemalas und erreicht eine Tiefe von 384 m.

Geschichte

Bereits für die Zeit von 2.600 v. Chr. kann man eine Besiedlung des Hochlands durch Mayavölker nachweisen. Von hier aus breiteten sie sich in das nördliche Tiefland aus und es entstanden die ersten Stadtstaaten. 1524 wurde das Land von Mexiko aus von den Spaniern erobert und die Stadt Santiago de Guatemala als Hauptstadt des spanischen Generalkapitanats gegründet. Ab 1570 umfasste es ganz Zentralamerika, ausgenommen Panama, und Teile Südmexikos. 1821 schlossen sich die Einwohner mit spanischer Herkunft dem Kaiserreich Mexiko an, das seine Unabhängigkeit von Spanien erklärt hatte. Nach dem Zusammenbruch des Kaiserreichs gründete Guatemala mit anderen Ländern die „Zentralamerikanische Konföderation“, die 1839 durch Rafael Carrera gewaltsam aufgelöst wurde. Er gründete die Republik Guatemala, die er diktatorisch regierte. Bis 1944 wurde das Land durch das Caudillo-Regime mit Gewalt und politischer Unterdrückung regiert. Ab 1944 konnten nach der Verabschiedung einer demokratischen Verfassung wirtschaftliche und politische Reformen durchgeführt werden. In den nächsten 30 Jahren folgten verschiedene Militärregierungen, die in den 1970er Jahren in einem Bürgerkrieg zwischen Armee bzw. paramilitärischen Verbänden und der Guerillabewegung „Nationale Revolutionäre Einheit Guatemalas“ (URNG) gipfelte. Erst 1996 gelang es durch ein Friedensabkommen zwischen der Regierung und der Guerilla-Organisation URNG den längsten Bürgerkrieg in Lateinamerika zu beenden.

Flora und Fauna

Das bekannteste Tier Guatemalas ist der legendäre Quetzal, ein etwa taubengroßer Vogel mit farbigem Gefieder, bei dem das Männchen eine Schleppe aus langen Schwanzfedern trägt. Der Quetzal wurde bereits von den Mayas verehrt und ist heute das Wappentier des Landes. Leider ist er aufgrund seiner schönen Federn und der Zerstörung seines Lebensraumes in Guatemala selten geworden.

Ansonsten findet man Brüllaffen, Opposums, Faultiere, Gürteltiere und Pumas. Auch Jaguare und Tapire sind selten geworden.

Im Norden findet man immerfeuchten Regenwald, im Zentrum Kiefernsavannen, im Süden auch Nadelwälder. Die für die Küstengebiete Mittel- und Südamerikas typischen Mangrovenwälder sind auch hier zu finden. In den höheren Lagen herrschen Trocken- und Nebelwälder vor. An den Wind abgewandten Bergseiten findet man auch Mischwälder aus Eichen und Kiefern.

Wirtschaft

Guatemala gehört zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas, die Inflationsrate ist hoch. Hauptwirtschaftszweig ist die Landwirtschaft, deren Erzeugnisse meist exportiert werden, z.B. Kaffee, Zuckerrohr, Bananen, Tabak, Kardamom und Baumwolle. Diese Produkte werden in ausländischen Großbetrieben produziert. Grundnahrungsmittel wie Reis, Mais, Bohnen und Kartoffeln werden in den kleinbäuerlichen Betrieben im zentralen Hochland angebaut. Rinderzucht wird in den Küstenebenen des Pazifiks betrieben. Die Industrie macht nur einen geringen Anteil am Bruttoinlandsprodukt aus. Zunehmend gewinnt auch der Tourismus, vor allem mit Besuchern aus Nord- und Südamerika, wieder an Bedeutung.

Bevölkerung

Die größte Bevölkerungsgruppe in Guatemala sind Nachkommen der Mayas und werden Indígene genannt. Sie machen etwa 60 % der Bevölkerung aus, sind aber kaum in die Gesellschaft integriert. Auch sprechen Sie ausschließlich noch ihre alten Stammessprachen, von denen 23 offiziell anerkannt sind. Sie leben zurückgezogen im westlichen Hochland. Die zweitgrößte Gruppe besteht aus Ladinos (30%), die spanisch sprechen und in den Städten leben. Die dritte Gruppe ist mit 5 % zahlenmäßig die kleinste, bildet aber die Oberschicht. Sie besteht aus den Nachfahren der eingewanderten Spanier. Schwarze, Mulatten und Schwarzen Kariben machen ebenfalls ca. 5 % der Bevölkerung aus.

Religion

95 % der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum, wobei die protestantischen Kirchen immer mehr Anhänger finden. Viele der alten indianischen Bräuche wurden in die katholische Glaubensausübung integriert.

Sprache

Amts- und Verkehrssprache ist Spanisch, daneben werden noch etwa 23 Indianersprachen offiziell anerkannt.

Essen und Trinken

Die Küche Guatemalas ist sehr von der mexikanischen Küche beeinflusst. Zu eigentlich jeder Mahlzeit werden Tortillas, flache Fladen aus Mais und Wasser, gereicht. Des weiteren gibt es Tamales (in ein Maisblatt gewickelter Maisteig), Paches (ähnlich wie Tamales jedoch aus Reis), Enchiladas mit Huhn- und Käsefüllung sowie Tacos. Allgemein wird in Guatemala sehr viel Huhn, Fisch und Meeresfrüchte gegessen.

Typische Getränke sind Atoles aus Mais, Reis und Kochbananen und Horchata aus gesüßtem Reis mit Zimt. Die meisten Erfrischungsgetränke werden aus Obst hergestellt, woraus oft köstliche Mixgetränke mit Wasser oder Milch gemacht werden.

Medizinische Hinweise

Aktuelle Hinweise zu Impfungen erhalten Sie unter https://www.travelmed.de/ bzw. der Website des Centrums für Reisemedizin (CRM). 

Sicherheit / Drogen

Die Sicherheitslage im Land hat sich in letzter Zeit zunehmend verschlechtert, daher ist eine erhöhte Aufmerksamkeit bei der Aufbewahrung von Gepäckstücken, beim Einkauf, keine nächtlichen Reisen, keine Spaziergänge alleine etc. empfehlenswert. Aktuelle Reisehinweise finden Sie auch unter https://www.auswaertiges-amt.de/.

Adressen

Auswärtiges Amt

In Deutschland https://www.auswaertiges-amt.de/

In Österreich https://www.bmaa.gv.at/

In der Schweiz https://www.eda.admin.ch/