Städte und Orte in Guatemala

Antigua

Antigua Guatemala war von 1543 bis 1773 die Hauptstadt Zentralamerikas. Im selben Jahr wurde sie durch ein Erdbeben fast vollständig zerstört und an die Stelle des 45 Kilometer entfernten Guatemala-City verlegt. Eingebettet in die Naturschönheit perfekter Kegelvulkane besticht die Stadt mit ihrem kolonialen Charme, der Freundlichkeit ihrer Bewohner und ihren lebendigen indigenen Traditionen. Die koloniale Hauptstadt ist für ihre barocke Kolonialarchitektur bekannt, dazu prägen mediterrane Farben und die Ruinen zahlreicher Kirchen und Klöster das Stadtbild. Von Antigua aus kann man Chichicastenango, eine Stadt im Hochland von Guatemala erreichen. Chichicastenango war im alten Königreich der Quiché ein wichtiges religiöses und politisches Zentrum. Heute ist es vor allem wegen dem größten Markt in Mittelamerika bekannt. Der an jedem Donnerstag und Sonntag stattfindende Markt auf den Treppen der lokalen Kirche zieht Händler und Käufer aus Guatemala, einheimische Quiché, sowie sehr viele Touristen an. Es gibt eine überwältigende Auswahl an bunten, traditionellen Handarbeiten, aber auch Obst und Gemüse bereichern das große Angebot.

Antigua von oben

Antigua von oben
© INGUAT

Tikal

In einem 567 km2 großen Nationalpark liegt die Ruinenstätte Tikal mit Resten von 3.000 Bauten. Tikal war eine der bedeutendsten Städte der klassischen Maya-Periode. Die Stätte wurde um 930 aus unbekannten Gründen aufgegeben. Bis 1969 wurden zahlreiche Ausgrabungen durchgeführt, die einen 65 km2 großen Gesamtkomplex freilegten. Die Besichtigung der weltberühmten Mayastätte Tikal inmitten des Dschungels ist der kulturhistorische Höhepunkt aller Guatemala-Reisen. Die Spitzen der steilen Pyramiden erheben sich imposant über den Regenwald. Tikal ist bekannt für das enorme Ausmaß des Ausgrabungsareals und die riesigen Tempelanlagen - das nur vermuten lässt, um was für eine gewaltige Stadt es sich einmal gehandelt haben muss. Das gesamte Gebiet rund um Tikal wurde zum Nationalpark erklärt und gehört heute zum Weltkulturerbe. Das Gebiet ist auch eines der größten zusammenhängenden Regenwaldareale Mittelamerikas und dient vielen Tierarten als Rückzugsgebiet.

Tikal von oben, Guatemala

Tikal von oben, Guatemala
© Jose Luis Samoyoa INGUAT

Guatemala-Stadt

Die heutige Hauptstadt ist Guatemala-Stadt. Sie wurde 1776 gegründet, nachdem die beiden alten Hauptstädte Ciudad Vieja und Antigua Guatemala 1541 und 1773 durch Naturkatastrophen zerstört worden waren. Offiziell heißt die neue Hauptstadt La Nueva Guatemala de la Asuncíon, jedoch nennen die Einheimischen sie meist nur „La Ciudad“. Die Stadt hat sich zu einer Metropole mit einer Million Einwohner entwickelt und ist damit eine der bedeutendsten Städte Mittelamerikas. Da aber auch hier mehrere Erdbeben die Gebäude der Stadt zerstörten, findet man heute meist moderne Bauwerke. Nur 3 Kirchen, darunter die fünfschiffige Kathedrale, stammen noch aus dem 18. Jahrhundert, mussten aber auch restauriert werden. Die Stadt hat außerdem ein Museum für moderne Kunst und mehrere Museen, die sich der präkolumbischen Lebensweise widmen.

Beleuchteter Brunnen in Guatemala-Stadt

Beleuchteter Brunnen in Guatemala-Stadt
© Jose Luis Samayoa / INGUAT

Lago de Atitlán

Umgeben von 14 Maya-Dörfern und drei pittoresken, steil aufragenden Vulkanen wird der See von vielen als einer der schönsten Seen überhaupt bezeichnet. Das tiefblaue Gewässer ruht in einer 320 Meter tiefen Caldera. Bei einer Bootstour kann man die einzigartige Atmosphäre des Atitlán-Sees und seiner Umgebung kennenlernen und ein paar von den umgebenden Dörfern besuchen. Die Dörfer rund um den See sind höchst unterschiedlich und zum Teil besitzen sie sogar ihre eigenen Sprachen. San Juan La Laguna beispielsweise ist eine vollständig traditionelle Maya Stadt, obwohl sie an Guatemalas beliebtester Touristenattraktion, dem Atitlán-See liegt. In diesem traditionellen Dörfchen können Sie die Pflastersteinstraße entlang spazieren und die Bemalungen der Mauern bestaunen. Das Dorf Santiago Atitlán liegt am Fuße der mächtigen Vulkane und ist das Zentrum der Tzutujíl Maya. Eins der großen Highlights der Gegend ist eine Bergtour auf einen der umliegenden Vulkane. Egal welchen der Vulkane man erklimmt, man bekommt vom Gipfel aus einen herrlichen Blick über den See und die umliegenden Vulkane.

Einheimischer auf Lago Atitlan mit Vulkan

Einheimischer auf Lago Atitlan mit Vulkan
© INGUAT / Stefano Morini

Todos Santos und Quetzaltenango

Todos Santos ist ein kleines Dorf, idyllisch inmitten der Chuchumatan Berge gelegen. Es gibt kaum einen anderen Ort in Guatemala, an dem man die Möglichkeit hat, der traditionellen Lebensweise der Bevölkerung so nahe zu kommen. In dem Dorf kann man eine lokale Weberinnen-Kooperative besuchen und herausfinden, wie die guatemaltekischen Frauen in mühsamer Arbeit die schönen, bunten Stoffe weben. Außerdem gewinnt man auch einen Einblick in die Geschichte der Tracht und ihre Veränderung im Lauf der Jahre und natürlich gibt es auch eine große Auswahl verschiedenster Handarbeiten zum Verkauf. In der Nähe von Todos Santos liegt Quetzaltenango, die zweitgrößte Stadt Guatemalas, die von seinen Einwohnern auch liebevoll Xela genannt wird. Quetzaltenango liegt in einem großen Tal, umrandet von Bergen, Vulkanen und indigenen Dörfern. Es erhält die Traditionen seines Kulturerbes ebenso aufrecht wie seine koloniale Vergangenheit und einen modernen Lebensstil. In präkolumbischer Zeit war Quetzaltenango Stadt der Xelajú Maya, deren Name soviel bedeutet wie "unter zehn Bergen", bei Ankunft der Spanier bereits 300 Jahre alt. Da die Stadt auf geothermischem Grund liegt, kann man in der freien Zeit bei einem Bad in den heißen Quellen, den Fuentes Georginas, entspannen.

Weberin in der Werkstatt

Weberin in der Werkstatt
© Stefano Morini / INGUAT

Archäologischer Park Quiriguá

Guatemala kann sich mit mehreren bedeutenden Ausgrabungsorten rühmen. Einer davon ist der archäologische Park Quiriguá, in dem Stelen und Steinskulpturen mit tierischen Fabelwesen und Hieroglypheninschriften aus der Mayazeit zu sehen sind. Quiriguá ist eine mittelgroße Stätte, die sich in Westguatemala am Unterlauf des Río Motagua befindet. Außergewöhnlich an Quiriguá ist die Tatsache, dass nahezu alle Skulpturen hervorragend erhalten und durch Inschriften datiert sind. Der Anteil großer zeremonieller Bauten ist – verglichen mit der Gesamtfläche und der Bedeutung Quiriguás – recht klein, bedeutender sind aber die vielen Skulpturen Quiriguás, welche zu den eindrucksvollsten des alten Mesoamerikas zählen. Die Stätte aus der klassischen Periode der Maya-Kultur zählt seit 1981 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Quiriguá

Quiriguá
© Visit.Guatemala INGUAT

Río Dulce

Der Río Dulce besteht aus einem sich abwechselnden System aus Fluss und Seen. Seine Quelle liegt am Lago Izabal. Der Izabal-See ist der größte See des Landes und ist von Bergen und üppiger tropischer Vegetation umgeben. Durch die Verbindung zum Karischen Meer hatte er schon immer eine besondere Bedeutung für den Handel. Davon zeugt die am nordöstlichen Ende des Sees angelegte Festung Castillo San Felipe de Lara, die zum Schutz vor Piratenüberfällen gebaut wurde. Im See leben viele Manatis, die aus dem Karibischen Meer in den See schwimmen. Weiter fließt der Río Dulce durch den See El Golfete und mündet schließlich bei dem Ort Livingston in die Karibik. Livingston ist nur über den Seeweg erreichbar. Livingston ist bekannt für seine ungewöhnliche Mischung verschiedener Volksgruppen und Kulturen, geprägt wird der Ort durch die Garifuna, die einzige dunkelhäutige afrokaribische Volksgruppe Guatemalas, die eine eigene Sprache aus spanischen, englischen und lokalen Dialekten spricht. Von daher erlebt man hier ein ganz anderes Flair und eine andere Stimmung als im Rest des Landes. Von Livingston aus lohnen sich Bootsausflüge zu den Siete Altares, sieben kleinen Wasserfällen, und durch die Schluchten des Río Dulce zum Izabal-See.

Sonnenuntergang über dem Izabal-See

Sonnenuntergang über dem Izabal-See
© Jose M. Oliveras IGUAT

El Petén

El Petén liegt im Norden Guatemalas und umfasst knapp ein Drittel der Landesfläche Guatemalas, ist aber sehr dünn besiedelt. Ursprünglich war sie fast vollständig mit Regenwald bewachsen, mittlerweile wird der Süden der Region überwiegend von Savannen bedeckt, nachdem der Wald gerodet wurde. Im Norden ist der Regenwald jedoch erhalten und bietet zahlreichen Tierarten wie Jaguar, Puma oder Tukan einen Lebensraum. Die Region gilt als Ursprungsgebiet der Maya, was sich auch darin zeigt, dass bis heute mehr als 200 archäologische Stätten in El Petén gefunden wurden. Die bekannteste ist Tikal, es gibt aber noch einige weitere sehenswerte Ruinen, z.B. Yaxha, Altar de Sacrificios, Yaxchilán, Piedras Negras und einige mehr. Tikal ist eine antike Stadt der Maya mitten im Regenwald. Sie war eine der bedeutendsten Städte der klassischen Mayaperiode und ist sehr gut erforscht.

Der Petén-Itzá-See

Der Petén-Itzá-See
© Visit.Guatemala INGUAT