Länderinformationen

Name

Seinen Namen
erhielt das Land Paraguay von dem gleichnamigen Fluss, der es von Nord nach Süd durchzieht. Der Name “Paraguay“ stammt aus der Sprache der Guaraní-Indianer und bedeutet „Quelle des Meeres“. Der Fluss war für die Einwohner Jahrhunderte lang der einzige Zugang zum Meer.

Lage - Allgemein

Paraguay Länderinfos

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Paraguay Länderinfos

Der südamerikanische Staat grenzt im Nordwesten an Bolivien, im Norden und Osten an Brasilien und im Süden an Argentinien. Er ist damit, neben Bolivien, einer der beiden Staaten Südamerikas, der keinen direkten Zugang zum Meer hat.

Zeitzone

Die Ortszeit in Paraguay liegt im Vergleich zu unserer deutschen Zeit um 4 Stunden zurück.

Geographie

Paraguay verfügt über eine Größe von 406.752 qkm. Durch den Nord-Süd-Verlauf des Río Paraguay wird es in zwei geographische Zonen gegliedert: den Gran Chaco im Westen, der etwa 60 % der Landesfläche einnimmt, aber nur sehr dünn besiedelt ist und die östliche Region, Oriente, in der die meisten Einwohner leben und die aus einem etwa 700 m hohen Berg- und Tafelland besteht. Die höchste Erhebung des Landes ist der Cerro Peró mit 842 m.

Geschichte

Ursprünglich war das Land von den Aché-Indianern besiedelt. Diese wurden von den um 500 v. Chr. aus dem Amazonasgebiet eingewanderten Guaraní-Indianern verdrängt, die sich an den Flussläufen niederließen und die einheimischen Indianer zwangen, sich in den höher liegenden Waldgebieten anzusiedeln. Sie machten damit ihrem Namen „Guaraní“  „Krieger“ alle Ehre.

1537 eroberten die Spanier das Land und gründeten die heutige Hauptstadt Asunción. Da die Spanier nicht sonderlich an dem metallarmen Land interessiert waren, konnten die Mennoniten die Indianer christianisieren und lehrten sie Ackerbau und Viehzucht. 1811 wurde das Land unabhängig. 1864 – 1870 kam es zu zum „Großen Krieg“. Paraguay, das eigentlich von Uruguay um Hilfe gegen Brasilien und Argentinien gebeten worden war, sah sich am Ende des Krieges in einer Defensivhaltung allen drei Staaten gegenüber. Durch das Bündnis der Staaten hatte Paraguay keine Chance und verlor über die Hälfte seiner Bevölkerung und 55 % seines Territoriums.

Anfang des 20. Jahrhunderts kamen Einwanderer aus Europa, aber auch aus den Nachbarstaaten Brasilien und Argentinien ins Land. Die meisten dieser brasilianischen Einwanderer waren deutschstämmiger Herkunft. Sie kamen während der Machtübernahme von General Alfredo Stroessner von 1954 – 1989 ins Land. Diese Zeit war geprägt von einer diktatorischen Regierung, aber auch von politischer Stabilität und wirtschaftlichem Aufschwung. Nach einem Regierungssturz kam es jahrelang zu schweren Unruhen und politischen Wirrnissen. Seit 2008 regiert Fernando Lugo Mendez als Staatspräsident das Land.

Flora und Fauna

Das Hügelland ist dank der zahlreichen Niederschläge mit tropischem Regenwald bestanden, an den sich im Westen Grasland anschließt, in dem vereinzelt kleine Waldstücke zu finden sind. Der Chaco besteht aus Dornbusch- und Palmensavannen.

Die meisten einheimischen Tiere wie Jaguar, Puma, Ameisenbär, Tapir, Nasenbär und Gürteltier haben sich in menschenleere Gegenden zurückgezogen.

Wirtschaft

Der größte Wirtschaftszweig Paraguays ist die Landwirtschaft, 40 % der Erwerbstätigen sind hier beschäftigt. Es werden Baumwolle, Zuckerrohr, Sojabohnen und Getreide angebaut, sowie Viehwirtschaft betrieben. 22 % sind in der Industrie beschäftigt, die vor allem landwirtschaftliche Erzeugnisse weiterverarbeitet.

Bevölkerung

Die 6,5 Millionen Menschen zählende Bevölkerung besteht zu 90 % aus Mestizen, den Nachfahren der Weißen und reinblütigen Indianern, sowie aus noch reinblütigen Indianern, die aus vier größeren Stämmen bestehen. Der Anteil an schwarzen Einwohnern ist sehr gering, sie habe sich im Laufe der Zeit mit der weißen Bevölkerung vermischt. Eine besondere Bevölkerungsgruppe bilden die Mennoniten, die ab 1927 aus Kanada, Russland und den USA in Paraguay einwanderten. Sie sind mit etwa 30.000 Anhängern eine zahlenmäßig kleine Gruppe, verfügen aber über wirtschaftliche Macht. In den Kolonien der Mennoniten wird noch Deutsch gesprochen. Eine andere deutschstämmige Gruppe sind die Deutschbrasilianer, die etwa 300.000 Menschen umfasst.

Religion

Außer den Mennoniten und kleineren evangelischen Gemeinden gehören die Paraguayer zur römisch-katholischen Glaubensgemeinschaft.

Sprache

Neben Spanisch gehört auch die Indianersprache Guaranízu den offiziellen Amtssprachen.

Essen und Trinken

Das wohl beliebteste Essen in Paraguay ist „Parillada“ (gegrilltes Fleisch). Als Beilage werden meist Mais und Maniok gereicht. Typisch sind auch die folgenden Spezialitäten:

-         bori-bori (Hühnersuppe mit Getreidebällchen)

-         mazamorra (Polenta)

-         mbaipy he-é (Nachspeise aus Mais, Milch und Melasse)

-         mbipy so-ó (ein heißer Pudding aus Mais mit Fleischstückchen)

-         sooyo sopy (eine dickflüssige Suppe mit Fleisch, Reis und Nudeln)

Zu Trinken gibt es in Paraguay meist Mate mit eisgekühltem Wasser oder einer Limonade gemischt, was sich hier zu Lande auch „terere“ nennt.

Medizinische Hinweise

Aktuelle Hinweise zu Impfungen erfahren Sie bei Ihrem Hausarzt oder unter https://www.travelmed.de/ bzw. der Website des Centrums für Reisemedizin (CRM).   

Sicherheit / Drogen

Reisende sollten in Paraguay verstärkt auf übliche Sicherheitsmaßnamen achten und Geld, Fotos und Handys nicht offen tragen. Ansonsten ist die Sicherheitslage relativ stabil. Aktuelle Reisehinweise finden Sie auch unter https://www.auswaertiges-amt.de/

Eindringlich gewarnt wird vor Drogenkonsum und -handel, auch in kleinsten Mengen.

Adressen

Auswärtiges Amt
In Deutschland     https://www.auswaertiges-amt.de/
In Österreich        https://www.bmaa.gv.at/
In der Schweiz     https://www.eda.admin.ch/