Länderinformationen

Name

Der Name „Peru“ stammt vermutlich von den Truppen der Spanier, die durch die kleine Landschaft „Biru“ zogen und deren Namen auf das ganze Land übertrugen, woraus sich im Laufe der Zeit „Peru“ entwickelte. Bei den Inkas hieß das Land „Tahuantin-suyu“- „vier Provinzen“, da sie ihr großes Reich in vier Provinzen gegliedert hatten.

Lage - Allgemein

Peru Länderinfo

Peru ist mit einerFläche von 1.285.220 qkm das drittgrößte Land Südamerikas und das größte der Andenländer. Peru teilt sich Ländergrenzen mit Ecuador im Nordwesten, Kolumbien im Nordosten, Brasilien im Osten, Bolivien im Südosten sowie Chile im Süden. Die Küstelänge des Pazifischen Ozeans im Westen beträgt 2.200 km. Die Ausdehnung von Nord nach Süd reicht über 2.000 km und damit über 18 Breitenkreise, beginnend mit dem Äquator im Norden. Von West nach Ost misst das Land 1.200 km. Der höchste Berg ist mit 6.768 m der Huascarán, der einer der Gipfel der Anden ist.

Zeitzone

Der Zeitunterschied zwischen Deutschland und Peru beträgt im Winter – 6 Stunden, im Sommer, bedingt durch unsere Sommerzeit, - 7 Stunden.

Geographie

Das Land gliedert sich in drei völlig unterschiedliche Regionen: das wüstenhafte, an der Küste liegende und bis 150 km breite Tiefland; den über 6.000 m hohen Doppelkamm der Anden, der das Land von Nordwest nach Südost durchzieht und der knapp die Hälfte des Staatsgebiets ausmacht und das Amazonastiefland im Osten.

Die Wüstenlandschaft direkt hinter der Küste ist durch den Einfluss des Humboldtstroms entstanden. Er bringt das kalte Wasser der Region des Südpols entlang der Küste Südamerikas nordwärts. Der sich unter der Wasseroberfläche bewegende Strom kühlt die von Westen über den Pazifik kommenden Luftmassen ab. Die enthaltene Feuchtigkeit wird nur in Form von Nebel über dem Meer abgeben und so bleiben dem Land hinter der Küste zu wenig Niederschläge. Um in dieser Wüstenlandschaft Landwirtschaft zu betreiben, müssen Reis, Zuckerrohr, Bananen und Baumwolle in Oasen angebaut werden, die ihr Wasser nur aus den Flüssen der Anden, die in den Pazifik münden, erhalten. Eine Ausweitung der Anbaufläche ist an der Küste also praktisch unmöglich. Sollte sich der Klimawandel weiter fortsetzen, könnte dies Peru schwer treffen, da durch das Abschmelzen der Andengletscher die Wasserversorgung der Gebiete an der Küste gefährdet wäre. Dies würde vor allem die Bevölkerung der Hauptstadt Lima schwer treffen, da fast ein Drittel der Peruaner inzwischen hier leben.

Die fruchtbarsten Anbaugebiete liegen auf den vom Anden-Doppelkamm eingeschlossenen Hochebenen, die mit lichten Wäldern oder Büschelgräsern bewachsen sind. Landwirtschaft kann dank der Nähe zum Äquator bis auf eine Höhe von 4.200 m auf Hangterrassen betrieben werden. Die Indios, die hier leben, bauen Kartoffeln, Mais, Bohnen und Gemüse für den Eigenbedarf an bzw. betreiben die Zucht von Lamas und Schafen. Im Süden liegen die Kämme der Anden weiter auseinander und bieten auf der ausgedehnten Hochebene Platz für den Titicaca-See. An der Ostseite der Anden wächst bereits tropischer Regenwald, der sich zum Amazonas-Tiefland hin ausbreitet. Dieses nur schwer zugängliche Urwaldgebiet, das auch „Selva“ genannt wird, ist nur schwach besiedelt. Erdöl- und Holzindustrie, sowie die Umwandlung von Wald in Farm- und Weideland verändern nachhaltig das Gesicht dieser Region.

Geschichte

Die Flussoasen, die Küstenregion und vor allem das Andenhochland war schon in etwa 20.000 bis 10.000 v. Chr. besiedelt. 3200 v. Chr. findet sich die erste Hochkultur in Sechin Bajo, 370 km nördlich der Hauptstadt, mit stufenförmigen Pyramiden, Prozessionsstraßen und eingefassten Höfen. Die zahlreichen Ritzzeichnungen, die Mischwesen zwischen Kaiman und Menschen darstellen, wurden von der Bevölkerung um 1.700 v. Chr. angefertigt. Bis die Inkas um 1200 ihr Reich gründeten und stetig vergrößerten, waren in Peru zahlreiche andere Hochkulturen zu finden, darunter die Chavin und die Nazca-Kulur, von der heute noch die Nazca-Linien erhalten sind, die merkwürdige Figuren bilden. Die Inkas gründeten in der Hochebene auf 3.400 m die Hauptstadt ihres Reiches, das zusätzlich die Staaten Kolumbien, Ecuador, Bolivien, Argentinien und Chile umfasste. Cuzco wurde die größte Stadt der vorkolonialen Zeit. Als die Stadt 1535 von den Spaniern niedergebrannt wurde, lebten hier 200.000 Menschen. Nachdem die Eroberung Südamerikas durch die Spanier unter Francisco Pizzaro abgeschlossen war, gründeten sie das spanische Vizekönigreich Peru, das vom heutigen Panama bis ganz in den Süden des Kontinents reichte. Nach 300jähriger spanischer Herrschaft, in der die Indianer versklavt wurden, kam es immer wieder zu Aufständen, die jedoch niedergeschlagen wurden. Erst am 28.07.1821 konnte Peru nach dem Einmarsch des argentinischen Generals San Martín seine Unabhängigkeit verkünden. Die letzte Schlacht um die Unabhängigkeit des Landes fand 1824 bei Avacucho statt. General Sucre gelang es, die Spanier endgültig zu besiegen. Während der folgenden republikanischen Zeit kam das Land jedoch noch immer nicht zur Ruhe. Auseinandersetzungen mit den Nachbarländern um die Festlegung der Staatsgrenzen hielten bis zum Jahr 2000 an. Seit 2006 ist Dr. Alan García Pérez Staatspräsident. Die Regierung bemüht sich um eine stabile Lage im Land, wird aber wiederholt von den terroristischen Aktivitäten des maoistischen „ Sendero Luminoso“ (Leuchtender Pfad) daran gehindert.

Inkas

Peru war das Kernland des Machtbereichs der Inkas, das an den Küstenregionen von Kolumbien über Ecuador, Peru, Bolivien bis nach Argentinien und Chile reichte.

Das Zentrum bildete Cuzco. Gegründet wurde das Inkareich vermutlich um 1200 n. Chr. durch Manco Capac. Ursprünglich war die Bezeichnung „Inka“ nur dem Regenten, als Sohn des Sonnengottes Inki, und seinen nächsten Verwandten vorbehalten.

Im 15. Jahrhundert gelang es dann diesem kleinen Indianerstamm, ihren Machtbereich auf ein Gebiet von mehr als 2.000.000 qkm auszuweiten. 1533 zerstörten die spanischen Eroberer diese Hochkultur. Bemerkenswert sind vor allem die technischen Leistungen, wie Bewässerungsanlagen, Fernstraßen und Brücken. Die Überreste der befestigten Städte mit weitläufigen Tempel- und Palastanlagen erwecken heute noch unsere Bewunderung.

Flora und Fauna

Die natürliche Gliederung des Landes in drei völlig verschiedene Regionen bewirkt auch eine ganz unterschiedliche Vegetation und Tierwelt. Während direkt an der Küste vor allem viele Fischarten zu finden sind, die die unterschiedlichsten Seevögel anziehen (Kormorane, Pelikane, Möwen und Tölpel), beginnt dahinter gleich die Wüste, wo nur in den Oasen und in den Nebelzonen Pflanzen gedeihen können. Im Hochland finden sich natürlich vor allem die Nutztiere der Hochland-Indianer wie Lamas und Alpakas, aber auch Flamingos und Kondore.

Am artenreichsten ist die Region des Regenwaldes. Hier sind Gürteltiere, Faultiere, Ameisenbären, Tapire, Affen, Papageien, Kaimane, Schlangen, Süßwasserdelphine und Raubkatzen, wie Puma und Jaguar heimisch. Die Regierung hat inzwischen die Bedeutung seiner Naturschätze erkannt und im Mai 2008 ein eigenes Umweltministerium gegründet.

Wirtschaft

Die reichen Reserven an Erzen und Erdöl, der Fischreichtum und die vielfältige Landwirtschaft sollten dem Land eigentlich einen gewissen Reichtum ermöglichen, doch die Bevölkerung leidet unter bitterer Armut. Wirtschaftliche Aufschwünge, wie der Guano-Boom, der Kautschuk-Boom oder der Öl-Boom hielten immer nur wenige Jahre an und wurden durch äußere Einflüsse wie sinkende Weltmarktpreise oder unerwartete Missernten immer wieder zunichte gemacht.

Auch Deutschland bezieht Importe aus Peru. Hauptsächlich handelt es sich um Bergbau-, Fischerei- und Landwirtschaftserzeugnisse. Die Republik Peru wiederum bezieht Handelsprodukte meist aus USA, China und Brasilien. Freihandelsabkommen sollen auch mit Europa, Singapur, Kanada, Russland, Indien, Marokko und Südafrika geschlossen werden. Japan bemüht sich um ein Abkommen, um seine Versorgung mit Rohstoffen wie Zink und Kupfer zu sichern, an denen Peru reiche Vorkommen besitzt.

Bevölkerung

Peru weist noch eine sehr hohe Anzahl an Ureinwohner auf. Von den 29,2 Millionen Einwohnern zählen 47 % zu den Indigen, deren Vorfahren indianischen Stämmen angehörten und 37 % zu den Mestizen, also den Mischlingen zwischen Indianern und Weißen. 13 % der restlichen Bevölkerung sind europäischer und 3 % asiatischer oder afrikanischer Herkunft. Die Armut der Bevölkerung hat ihren Ursprung in den minderwertigen Böden, die die Eroberer den Indianern gelassen haben. Ackerbau und Viehzucht lassen sich in vielen Teilen des Landes nicht wirtschaftlich betreiben und zwingen ganze Familien sich unter menschenunwürdigen Bedingungen Arbeit in den Städten zu suchen und ihr Farmland im Stich zu lassen. So kann die Erosion der Böden ungehindert fortschreiten.

Sprache

Viele Einwohner sprechen noch hauptsächlich ihre alte Indianersprache Quechua, was die Regierung 1975 veranlasste, Quechua neben Spanisch zur zweiten Amtssprache zu erheben. Englisch wird nur in vorwiegend touristisch orientierten Einrichtungen gesprochen.

Essen und Trinken

Die Speisen variieren genau wie die klimatischen Gegebenheiten von der jeweiligen Region, in der man sich befindet.

Im Hochland findet man eher fleischlastige Speisen auf dem Speiseplan wie Meerschweinchen („cuy“), Alpakasteaks („lomo de alpaca“) oder gegrillte Rinderherzstücke am Spieß („anticuchos“). Aber auch Regenbogenforellen („truchas“) werden oftmals angeboten. Eine im Hochland beliebte Vorspeise ist „papaa la huancaina“, dabei handelt es sich um gekochte Kartoffeln in einer würzigen Soße.

Im Amazonasbecken findet man beispielsweise Gerichte wie „tacacho“ (Kochbananenknödel mit Speck) oder „juanes“ (gekochter Reis mit Hühnchenfleisch, in grünen Bijau-Blättern gekocht) vor.

Als Nachspeise gibt es in Peru oft Obstsalat, süßen Kuchen oder Pudding oder „manjar blanco“ eine karamellähnlich schmeckende Süßspeise aus Kondensmilch.

Wasser sollte man in Peru nur aus Kanistern oder Flaschen aus Supermärkten trinken, auch wenn es dann meist ein wenig nach Chlor schmeckt. Vorzugsweise sollte man sich lieber an die köstlichen frischen Fruchtsäfte halten. Auch wenn in Peru Kaffee angebaut wird, lässt die Qualität oftmals zu wünschen übrig, da er meist mit Instantpulver zubereitet wird. Das Bier hingegen ist in Peru wirklich zu empfehlen.

Religion

Die meisten Peruaner bekennen sich zum römisch-katholischen Glauben. Ansonsten werden auch noch zahlreiche Naturreligionen gepflegt.

Geld / Währung

Auf den meisten Märkten und in kleinen Geschäften werden nicht gerne Scheine angenommen. Es empfiehlt sich daher immer eine entsprechende Menge an Münzen mitzuführen. In typisch touristisch orientierten Gebieten werden auch US-Dollar akzeptiert.

Mitgliedschaften

Die Republik Peru ist unter anderem Mitglied bei den Vereinten Nationen (UN), in der Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS), der Andengemeinschaft (CAN) und der Konferenz blockfreier Staaten.

Strom

Da nicht in allen Teilen Perus die Stromspannung 220 V beträgt, ist es ratsam, einen Adapter mitzuführen.

Medizinische Hinweise

Die aktuellen Informationen erhalten Sie bei Ihrem Hausarzt oder unter https://www.travelmed.de/ bzw. der Website des Centrums für Reisemedizin (CRM). 

Sicherheit / Drogen

Bitte beachten Sie, dass jeglicher Kontakt mit Drogen vermieden werden sollte, da sonst empfindliche Gefängnisstrafen drohen (2 bis 25 Jahre). Die Strafe muss in Peru verbüßt werden.

Verboten ist bei der Einreise in Deutschland auch der Besitz von Coca-Tee in jeglicher Form.

Aktuelle Reisehinweise finden Sie auch unter https://www.auswaertiges-amt.de/ 

Adressen

In Deutschland:

Die Vertretung ist in Deutschland nach Bundesländern aufgeteilt. Zuständig sind:

Botschaft der Republik Peru
Mohrenstr. 42
10117 Berlin

General- und Honorarkonsulate gibt es auch in Bremen, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München und Offenbach am Main.

In der Schweiz gibt es General- und Honorarkonsulate in Basel, Genf und Zürich.

Ein frankierter Rückumschlag (DIN A5) sollte bei schriftlichen Anfragen immer beigelegt werden.

Auswärtiges Amt:  https://www.auswaertiges-amt.de/  
In Österreich:        https://www.bmaa.gv.at/
In der Schweiz:     https://www.eda.admin.ch/

In Peru:

Deutsche Botschaft in Peru
Embajada de la Republica Federal de Alemania
Avenida Arquipa 4202 – 4210
Lima 18 – Miraflores/Peru
Tel: (0051 1) 212 50 16
Fax: (0051 1) 4 22 64 75 (Kanzlei)
4 40 40 48 (Konsulat)