Städte und Orte in Brasilien

Rio de Janeiro

Rio de Janeiro wurde im Januar 1567 gegründet und war bis 1960 die Hauptstadt Brasiliens. Sie gilt als eine der schönsten Städte der Welt. Ihre Wahrzeichen sind der 710 m hohe Berg Corcovado auf dem die Christus-Statue Cristo Redentor steht und der Glockenberg „Zuckerhut“. Der bekannteste Strand von Rio gehört zu dem gleichnamigen Stadtteil Copacabana im Südosten der Stadt. Der Strand ist 5 km lang, 100 m breit und besteht aus feinem, weißen Sand. Er wird nicht nur von Touristen besucht, auch die Einheimischen verbringen hier gerne ihre Freizeit. Eine der Hauptattraktionen der Stadt ist der traditionelle Karneval von Rio. Die Umzüge mit den fantasievoll kostümierten Tänzern werden von einer der zahlreichen Sambaschulen organisiert. Der erste Umzug fand 1855 statt, heute ist der „Karneval von Río“ der berühmteste Karneval der Welt. Fünf Tage lang ist die Hauptstadt Brasiliens dann im Ausnahmezustand.

Blick vom Meer auf Rio de Janeiro

Blick vom Meer auf Rio de Janeiro
© Christian Knepper/ Embratur (Ministério do Turismo)

Brasilia

Die Hauptstadt Brasiliens wurde planmäßig gestaltet und am 21. April 1960 eingeweiht. Der Grundriss der Stadt erinnert an die Form eines Flugzeugs. Brasilía wurde mitten in das brasilianische Bergland gelegt, um dieses bisher unerschlossene Gebiet besser zu nutzen und eine Infrastruktur aufzubauen. Inzwischen leben über 2,5 Millionen Menschen in der Stadt, die meisten allerdings in den Elendsvierteln am Stadtrand. Ein Vorteil der Stadt ist das angenehme Klima, das viele Menschen aus Río de Janeiro mit seiner schwülen und verschmutzten Luft herlockte. Architektonisch ist die Stadt ein wahres Kunstwerk und ein Beispiel für die Moderne in diesem Metier. Der preisgekrönte Architekt Oscar Niemeyer hat hier eines seiner besten Werke geschafft, unter anderem den Nationalkongress, mehrere Paläste und die weltbekannte Metropolitana de Brasília‎ Kathedrale.

São Paulo

São Paulo wurde von Jesuiten gegründet, die die Indianer unterrichteten. Seitdem hat sich die Stadt extrem weiterentwickelt und wurde eine der fünf größten Städte der Welt und die größte Stadt der südlichen Hemisphäre. Über 10 Millionen Einwohner leben in der Kernstadt, aber wie bei allen brasilianischen Städten lebt die Mehrzahl der Bevölkerung in den Elendsvierteln. São Paulo ist das Zentrum des Kaffeeanbaus und eine Stadt der Kontraste. Auf der einen Seite Brasiliens Wirtschafts- und Finanzzentrum, auf der anderen eine lässige Stadt, die Veranstaltungsort der größten Gay Pride der Welt ist. Die meisten Sehenswürdigkeiten konzentrieren sich im Einzugsbereich des Stadtzentrums, wo Kathedralen aus dem 17. Jahrhundert, die Catedral Metropolitana, die großen Markthallen Sao Paulos und das Operhaus im Schatten von Wolkenkratzern stehen. Die Millionenstadt hat sogar 30 Parks. Der größte von ihnen ist der zentrale Park von Ibirapuera, der neben den Naturschönheiten auch das Planetário und das Museum für moderne Kunst beherbergt. São Paulo ist auch für sein lebhaftes Nachtleben und seine unzähligen Bars weltweit bekannt. Dabei kann sich die Stadt mit den größten Metropolen der Welt messen.

Sao Paulo bei Nacht

Sao Paulo bei Nacht
© Christian Knepper-Embratur / Ministério do Turismo

Wasserfälle von Iguaçu

Im Grenzland von Argentinien und Brasilien, inmitten einer malerischen Landschaft fließen die gewaltigen Wassermassen des Iguazú. Diese bilden die größten Wasserfälle der Welt – breiter als die Victoria-Fälle und höher als die Niagara-Fälle. Etwa 275 Wasserfälle stürzen auf einer Breite von 3 km über Stufen aus Basaltgestein bis zu 70 m in die Tiefe. Die Wasserfälle im Nationalpark Iguaçu sind die bedeutendste Natursehenswürdigkeit Brasiliens. Ca. 3/4 der Wasserfälle liegen auf der argentinischen Seite, daher hat man aber von der brasilianischen den größeren Überblick. Die Wasserfälle fließen durch einen Nationalpark hindurch, mitten im Urwald. Dabei kann man die Flora und Fauna bewundern und erforschen. Die Wasserfälle mit dem zugehörigen Nationalpark sind seit 1986 UNESCO-Weltkulturerbe.

Die imposanten Wasserfälle von Iguazú

Die imposanten Wasserfälle von Iguazú
© Christof Sauer

Salvador da Bahia

Salvador da Bahia ist die drittgrößte Stadt Brasiliens und war die erste Hauptstadt in seiner Geschichte. Der historische Hafen ist der Grund dafür, dass viele Menschen in die Stadt reisten. Inzwischen ist es ein internationales Handels- und Wirtschaftszentrum, in dem katholischer Glaube, die westliche Kultur und afrikanische Riten reibungslos nebeneinander koexistieren. Die Stadt ist afrikanisch geprägt und für Musik, Kirchen und Lebensfreude berühmt. Der touristische Mittelpunkt der Stadt ist Pelourinho – die Altstadt, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Der barocke Stadtkern bietet eine einzigartige Aussicht über die Bucht Todos os Santos und beherbergt zahlreiche Barockkirchen und Plätze. Das Kloster und die São Francisco Kathedrale, die sich in der Altstadt Salvadors befinden, sind sehr wichtige Kolonialdenkmäler in Brasilien. Salvadors Nordküste ist bei Strandfreunden sehr beliebt. Viele Beachbars, die kühles Bier, Caipirinha und verschiedene Snacks anbieten, laden die Gäste zum Verweilen ein. Highlights der Stadt sind zum Beispiel der echte brasilianische Kaffee und der Sonnenuntergang am Atlantik.

Capoeira in Brasilien

Capoeira in Brasilien
© Christian Knepper, Embratur/ Ministério do Turismo

Manaus

Die Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas liegt am Rio Negro, elf Kilometer von dessen Mündung in den Amazonas entfernt. Die Haupttourismusattraktion ist der die Stadt umgebende Urwald, der als Region mit der größten Biodiversität der Welt gilt. Stromabwärts auf dem Rio Negro befindet sich das "Meeting of the Waters", wo das gelbe Wasser des Amazonas sich mit dem schwarzen Wasser des Rio Negro vereint. Dazu beginnt 60 km oberhalb der Stadt das größte Inselarchipel der Welt, die Anavilhanas. Die Anavilhanas sind ein komplett geschütztes Naturreservat, das aus hunderten von Inseln und einer komplett unberührten Pflanzen- und Tierwelt besteht. Die Stadt selbst ist auch die Zeit wert: Markthallen, Art-Deco aus der Zeit der Kautschuk-Barone und das exklusive Amazonas-Theater – ein Opernhaus inmitten des Amazonas.

Blick aus der Luft auf Manaus

Blick aus der Luft auf Manaus
© Wikimedia, Indech

Pantanal

Die am dünnsten besiedelte Region Brasiliens ist der Mittlere Westen. Das Klima im größten Teil dieser Gegend ist warm mit geringem Niederschlag, weshalb das vorherrschende Landschaftsbild aus Grasland und weiten Steppen besteht. Hier befindet sich jedoch auch das Feuchtgebiet des Pantanal, eines der größten Tier- und Pflanzenreservate der Welt. Dieser Ort ist bestens geeignet, um Tiere in der Natur zu beobachten. Mit ein wenig Glück bekommt man hier sowohl Störche, Ibisse, Enten, Reiher und Blässhühner, aber auch Otter, Alligatoren, Affen, Schlangen, Hirsche oder Emus zu Gesicht. Das Pantanal kennt zwei unterschiedliche Jahreszeiten: die Trockenzeit von Juli bis Oktober, in der die Vögel der Region brüten und nisten, und die Regenzeit von Dezember bis März, in der alles überflutet wird und zu neuem Leben erwacht. Die Temperaturen können von Jahreszeit zu Jahreszeit zwischen 7º und 40º Celsius schwanken. Das Pantanal ist die Heimat vieler Indianerstämme, deren Gebiete von der Regierung zu Reservaten ausgeschrieben wurden. Vor allem im südlichen Teil des Pantanals werden zahlreiche Aktivitäten wie Fischen, Rafting, Schnorcheln im glasklaren Wasser, Ausritte, Wanderungen und Mountainbiketouren angeboten. Außerdem kann man hier die berühmte Gruta do Lago Azul besichtigen, eine wunderschöne Tropfsteinhöhle, in der sich ein tiefblauer See befindet.